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Donnerstag, 24. März 2011HungerbekämpfungFleischkonsum verursacht Welthunger! Es ist allgemein bekannt, dass die Erde genug Nahrung für alle bietet. Trotzdem müssen laut der BBC aktuell weltweit eine Milliarde Menschen hungern! Weniger bekannt scheint dabei immer noch zu sein, dass vor allem auch die Veränderung unserer Ernährungsgewohnheiten seit dem 2. Weltkrieg, hin zu mehr Fleisch auf dem Speiseplan, eine der maßgeblichen Ursachen für den Welthunger ist. Wie kann das sein? Ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird an Nutztiere verfüttert Einige wenige Menschen werden mit Fleisch auf Kosten vieler ernährt: Wertvolles Getreide, das vielen Menschen das Überleben sichern könnte, wird an Tiere verfüttert, die im Verhältnis wiederum von nur wenigen Menschen gegessen werden. Ungefähr ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird allein für die Fütterung von Nutztieren verwendet. Dabei könnte man laut der ZDG Gesellschaft für Ernährungsheilkunde GmbH allein mit der Menge an Getreide, die 100 Kühe ernährt, 2.000 Menschen Nahrung bieten. „Alle Schlachttiere auf der ganzen Welt zusammengenommen, verbrauchen eine Futtermenge, die dem Kalorienbedarf von 8,7 Milliarden Menschen entspricht - das ist mehr als die gesamte Weltbevölkerung!“, so die ZDG weiter. Stattdessen werden z. B. in Brasilien weiterhin enorme Mengen von Soja für den Import nach Europa und Nordamerika produziert, anstatt Nahrung für die 32 Millionen hungernder Menschen der Bevölkerung anzubauen. Verschwendung von Land und Wasser Auch Land und Wasser, beides notwendige Ressourcen für die Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel, werden für den Anbau von Futtermitteln für die Fleischproduktion verschwendet! So exportieren z. B. Industrieländer Getreide in die Entwicklungsländer, das dort für die Fleischproduktion verwendet wird. Das so produzierte Fleisch wird dann wiederum zurück in die Industrieländer importiert. Die Tierzucht ersetzt damit die klassische Landwirtschaft der Bauern in den Entwicklungsländern und vertreibt sie von ihrem Land, was wiederum neuen Hunger verursacht. 30 % der Erdoberfläche werden außerdem schon jetzt als Weideland bzw. für die Produktion von Futtermitteln für die Viehzucht genutzt. Und immer noch wird weiterhin Regenwald abgeholzt, um noch mehr Anbau- bzw. Weideflächen für die Viehzucht zu schaffen. So berichtet z. B. die Vegane Gesellschaft Österreich, dass in Südamerika innerhalb der letzten 30 Jahre mehr als 25 % aller tropischen Regenwälder für die Viehzucht abgeholzt wurden. Und damit nicht genug - das Weideland wird durch Überweidung, Bodenverdichtung und Erosion zerstört und führt damit gleichzeitig zum Verlust der Böden für den Anbau von Getreide oder anderen Nahrungsmitteln. Aber auch die Wasservorräte der Erde leiden unter der Viehzucht - Dünger und Insektenvernichtungsmittel für die Futterpflanzen, tierische Exkremente sowie Antibiotika und Hormone, die den Tieren zugeführt werden, führen zu einer verstärkten Wasserverschmutzung. Außerdem werden große Mengen Wasser für die Futtermittelproduktion verwendet. Die Fleischproduktion und das Klima Laut SPIEGEL online warnen Forscher bereits vor sogenannten Klima-Hungersnöten: „Schon in rund 20 Jahren könnte der Klimawandel einer neuen Studie zufolge ganze Weltregionen in Hungersnöte stürzen.“ Dafür sind in erster Linie der zunehmende Treibhauseffekt und damit auch die globale Erwärmung verantwortlich, die in einem hohen Maße auf unseren enormen Energieverbrauch und die Zerstörung der Wälder zurückzuführen sind. Und der Konsum von tierischen Produkten ist in hohem Maße für beides mit verantwortlich: Durch die Entwaldung und den Humusabbau für die Schaffung von Weideland werden große Menge CO2 freigesetzt, das durch den Erhalt der Wälder nicht in die Atmosphäre gelangen würde. Zusätzlich verbraucht die Produktion tierischer Lebensmittel über 80 % der in der gesamten Landwirtschaft genutzten Energie und ist auch damit für einen Großteil der Klimabelastung verantwortlich. Fazit Natürlich existieren neben der Fleischproduktion eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die den Welthunger begünstigen. Dazu gehören z. B. die Verwendung von landwirtschaftlichen Flächen für die Produktion von Biokraftstoffen, das vorherrschende Ungleichgewicht in der Nahrungsmittelverteilung oder auch politisch motivierte, künstlich erzeugte Hungersnöte. Dennoch ist der stark gestiegene Fleischkonsum eindeutig maßgeblich für den Hunger auf der Welt mitverantwortlich. Durch weniger Fleischkonsum könnten mehr Anbauflächen für die Getreideproduktion genutzt und damit mehr Menschen ernährt werden. Trotzdem wird die Produktion von Fleisch immer noch mit EU-Subventionen gefördert – Bio-Bauern, die Obst oder Gemüse anbauen (ohne die zusätzliche Produktion von Fleisch), haben viel Mühe, überhaupt zu existieren. Wir haben die Wahl: Jede Mahlzeit ohne Fleisch trägt dazu bei, die Verfügbarkeit von Lebensmitteln weltweit zu steigern. Und jede Mahlzeit mit Fleisch sollte nur wenig Fleisch enthalten, und das sollte aus biologischer Landwirtschaft aus der Region stammen! Weiterführende Informationen zum Thema bieten die Internetseiten der ZDG Gesellschaft für Ernährungsheilkunde GmbH und des Vegetarierbunds Deutschland. Das äußerst sehenswerte Video „FLIME - Fleisch isst Menschen!“ vom Vegetarierbund Deutschland bietet einen guten Überblick über das Thema. Interessante Hintergrundinformationen zum Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer, dass die Auswirkungen des Fleischkonsums auf unsere Gesellschaft und die Umwelt aufzeigt, bietet außerdem aspekte, das Kulturmagazin des ZDF auf seiner Internetseite. Text: R. S. Dienstag, 8. März 2011ArtenschutzWeltgrößtes Meeresschutzgebiet im Indischen Ozean eingerichtet! Bereits 2002 hatten die UN-Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt und der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung beschlossen, dass bis zum Jahr 2012 zehn Prozent der Ozeane unter Schutz gestellt werden sollen. Bis jetzt wurden davon allerdings nur magere 1,17 Prozent erreicht. Rund um den Chagos-Archipel, etwa 1.600 Kilometer von Indien entfernt, hat Großbritannien jetzt auf 544.000 Quadratkilometern ein Meeresschutzgebiet eingerichtet, in dem der kommerzielle Fischfang ab sofort verboten ist! Das Gebiet ist wichtiger Lebensraum für Fisch- und Korallenarten sowie bedrohte Meeresschildkröten und Delfine. Biologen begrüßen die Einrichtung des Schutzgebietes, halten diese Maßnahme aber nicht für ausreichend - laut Vertretern der Zoologischen Gesellschaft in London sind in den letzten fünf Jahren 120.000 Haie und Rochen allein in diesem Gebiet Opfer der Überfischung geworden. Aber immerhin: Die Einrichtung des Chagos-Archipels als weltgrößtes Meeresschutzgebiet ist ein Anfang auf dem Weg zum Erhalt der Artenvielfalt. Mehr zur Biodiversität und dem Schutz der biologischen Vielfalt bietet auch unser Artikel 2010 – Das „Internationale Jahr der Biodiversität“. Text: R. S. Dienstag, 1. März 2011Recherche von PETA Deutschland zum QS-Siegel:Tierquälerei mit Qualitätssiegel! Verkrüppelte oder verletzte Puten in völlig überfüllten Ställen, Ferkel, die ohne Betäubung kastriert oder deren Schwänze ebenfalls ohne Schmerzmittel amputiert oder abgekniffen werden, Tiere die knietief in ihren eigenen Exkrementen stehen, mit Antibiotika vollgepumpte, sterbende oder tote Tiere – dies scheint der Tierrechtsorganisation PETA zufolge die Regel in deutschen QS-Betrieben zu sein. "Wer Fleischprodukte mit dem blauen QS-Siegel kauft, kann nahezu sicher sein, dass es von einem tierquälerisch gehaltenen Tier stammt", so der Agrarwissenschaftler und Peta-Berater Dr. Haferbeck. Das QS-Siegel 2002 wurde das Siegel eingeführt und wird seitdem von der QS GmbH („Qualität und Sicherheit GmbH“) vergeben. Es soll den Angaben der Firma nach für "geprüfte Qualitätssicherung" stehen und dazu dienen, dem Verbraucher wieder mehr Vertrauen in die bei der Intensivtierhaltung (auch Massentierhaltung) produzierten Fleischprodukte zu geben. Erschreckende Recherche-ErgebnisseBereits 2007 zeigten Aufnahmen aus den QS-qualifizierten Betrieben grausame Bilder, die belegen, dass eine artgerechte Haltung der Tiere in den meisten dieser Betriebe nicht vorkommt. Nach der Veröffentlichung dieser Bilder sowie den Informationen eines Insiders und weiteren Details, die auf einer Pressekonferenz der Tierrechtsorganisation PETA zu Sprache kamen, berichteten verschiedene Medien - u. a. RTL, Sat1 und der SPIEGEL - über den Skandal. PETA zeigte die entsprechenden Betriebe an. Es wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, von denen die meisten immer noch laufen. Ein Jahr später ...Im Jahr 2008, also ein ganzes Jahr später, wurden die Zustände in den QS-Betrieben erneut überprüft. Und auch diese neuen Aufnahmen zeigen erschreckende Bilder: So haben sich z. B. im Vorzeige-Putenstall in Cloppenburg die Bedingungen trotz einer Anzeige im Jahr 2007 wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz nicht im Geringsten geändert. Den Aufnahmen nach stehen die Puten in einem völlig verdreckten Stall und Verletzungen und Verkrüppelungen der Tiere scheinen an der Tagesordnung zu sein. Sterbende bzw. tote Tiere liegen zwischen ihren Artgenossen. Die Schlachtung erfolgt nach dem Transport in viel zu engen Käfigen auf dem Schlachthof im Akkord; die verängstigten Tiere werden kopfüber aufgehängt und über ein Förderband direkt in den Tod transportiert. Und auch in einer Schweinezuchtanlage eines sogenannten QS-Bündlers sieht es nicht besser aus. Die Tiere stehen in übervollen, verdreckten Ställen ohne Tageslicht, teilweise mit offenen, blutenden Wunden. Aufzeichnungen zufolge werden den Tieren außerdem Unmengen von Medikamenten verabreicht. Und im Supermarkt wird dieses Fleisch dann unter dem blauen QS-Siegel als besonderes Qualitätsprodukt verkauft. Die Tierquälerei stoppen PETA behält die Vorgehensweisen der Intensivtierhaltung im Blick, zeigt Verstöße gegen das Tierschutzgesetz weiterhin an und fordert die QS GmbH auf, ihre vollmundigen Versprechungen einzuhalten. Dazu zählen laut der Tierrechtsorgansiation:
Und auch Sie können handeln: Achten Sie beim Einkauf auf das blaue QS-Zeichen und geben Sie Tierquälerei keine Chance! Mehr zum Thema Sämtliche Informationen zu den Recherchen von PETA sowie erschreckende Videoaufnahmen bietet die offizielle Internetseite der Tierrechtsorganisation. Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch hat das QS-Siegel bereits 2003 einer Prüfung unterzogen und die Ergebnisse im foodwatch QS-Report zusammengefasst. Sehenswerte Videos zum Thema: NDR Beitrag „QS Qualität und Sicherheit GmbH“ Text: R. S. Samstag, 19. Februar 2011Klimaschutzaktion beim WWF„Earth Hour 2011“ Der WWF ruft auch dieses Jahr wieder zur Teilnahme an globaler Klimaschutzaktion und Ökostromwechsel auf! Am 26. März gehen im Rahmen der "Earth Hour 2011" wieder weltweit für 60 Minuten die Lichter aus. Zum 5. Mal rollt die globale Aktion dann einmal um die Erde und Millionen Menschen setzen mit dem Lichtschalter ein Zeichen für den Klimaschutz. Der WWF lädt Privatpersonen, Städte und Institutionen ein, Ende März an der weltgrößten Demonstration für den Klimaschutz teilzunehmen. Der WWF startete seine nationalen Aktivitäten zur "Earth Hour 2011" am 18. Februar 2011 unter dem Motto "60 Tage. 60 Minuten. Leg den Schalter um!". Über die nächsten 60 Tage (bis zum 18. April) ruft der WWF Privatpersonen dazu auf, zu Ökostromanbietern zu wechseln und dadurch konkret zum Klimaschutz beizutragen. Ziel des WWF ist es, im Rahmen der "Earth Hour 2011" so viele Menschen wie möglich zum "Umschalten" auf Ökostrom zu bewegen und dadurch so viel CO2 wie möglich zu vermeiden. "Der Umstieg auf Ökostrom ist eine der effizientesten Maßnahmen, die jeder Einzelne und jede Institution zum Schutz des Klimas ergreifen kann", so Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik beim WWF Deutschland. "Beispielsweise vermeidet eine vierköpfige Familie in Deutschland mit dem Wechsel von konventionellem Strom zu Ökostrom bis zu 2,6 Tonnen CO2 pro Jahr. Wer den richtigen Ökostrom bezieht, verbessert nicht nur seine eigene CO2-Bilanz, sondern fördert auch den Ausbau erneuerbarer Energien." Schon jetzt haben in Deutschland 30 Städte und Gemeinden ihre Teilnahme für die Earth Hour 2011 zugesagt, unter anderem Köln, Berlin, München, Leipzig und Frankfurt. Das sind deutlich mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Sowohl am Brandenburger Tor, als auch am Kölner Dom oder der Münchner Frauenkirche werden wieder für 60 Minuten die Lichter ausgehen. Interessierte Städte können sich jederzeit beim WWF anmelden. Weltweit erwartet der WWF eine ähnlich große Resonanz wie im vergangenen Jahr. Am 27. März 2010 schalteten Hunderte Millionen Menschen in 4616 Städten und 128 Ländern für eine Stunde das Licht aus, um wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel einzufordern. Alle Infos zu Earth Hour und zum Thema Ökostrom-Wechsel finden Sie unter www.earthhour2011.de. Donnerstag, 17. Februar 2011Pressemeldung der Bürgerinitiative Haarbacher TrommelDu sollst töten, weil es in Deutschland schon immer so war.Von unterschiedlichen Menschenrechten diesseits und jenseits der Grenze In Deutschland stellt die Zwangsbejagung privater Grundstücke keine Menschenrechtsverletzung dar, in Frankreich und Luxemburg dagegen sehr wohl. So widersprüchlich und willkürlich können Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sein. Zwangsbejagung von privaten Grundstücken in Deutschland Bis heute MÜSSEN Eigentümer von land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücken in Deutschland dulden, dass Jäger ihre Grundstücke betreten, um dort Tiere zu töten und auch zu verletzen (denn sie sind nicht immer die besten Schützen). Sie werden GEZWUNGEN, gegen ihren Willen einer Jagdgenossenschaft anzugehören. Darüber werden sie beim Erwerb eines solchen Grundstücks jedoch nicht einmal informiert!! Menschenrechtsverletzung in Frankreich und Luxemburg, aber nicht in Deutschland Bis 1999 war die Situation in Frankreich ähnlich. Ebenso in Luxemburg bis 2007. Grundeigentümer aus diesen beiden Ländern klagten vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), weil sie ihre Menschenrechte darin verletzt sahen, dass sie die Jagd auf dem eigenen Grundstück dulden mussten, obwohl das Töten von Tieren mit ihrem Gewissen unvereinbar sei. In beiden Fällen entschied der EGMR, dass ein solcher Zwang tatsächlich gegen die Menschenrechte verstößt. Beide Länder mussten ihre Jagdgesetze ändern. Im Falle eines Grundstückseigentümers aus Deutschland vollzog der EGMR mit seinem Urteil vom 20. Januar 2011* eine radikale Kehrtwende. Eher gesagt 4 von den 7 damit befassten RichterInnen. Denn 3 von ihnen (Peer Lorenzen, Isabelle Berro-Lefèvre und Zdravka Lalaydjieva) betonten in einer Gegenerklärung, dass sie in Deutschland genauso wie in Frankreich und Luxemburg eine Menschenrechtsverletzung darin sehen, dass deutsche Grundeigentümer das Jagen auf ihrem Besitz gegen ihren Willen dulden müssen. Dagegen sind die 4 anderen RichterInnen Renate Jäger, Rait Maruste, Mirjana Lazarova Trajkovska und Ganna Yudkivska der Meinung, dass ein deutscher Grundeigentümer dies - im Gegensatz zu einem französischen oder luxemburgischen! - zu dulden hat. Jagen auf privaten Grundstücken gegen den Willen der Eigentümer: ein öffentliches Interesse? Nach dem Prinzip, wonach das öffentliche Interesse vor die Rechte eines Einzelnen gestellt werden darf, musste der EGMR prüfen, ob das öffentliche Interesse es verlangt, dass jedes noch so kleine Grundstück bejagt wird bzw. ob das Jagen auf der gesamten verfügbaren Fläche der Bundesrepublik im öffentlichen Interesse liegt. Ohne flächendeckende Bejagung kein Naturschutz! Die Bundesregierung und der Jagdverband werden nicht müde zu behaupten, dass die flächendeckende Bejagung dem Erhalt gesunder Wildbestände sowie der Artenvielfalt und dem Naturschutz diene. Aufgabe eines Gerichts sei, die von den Parteien vorgebrachten Argumente kritisch zu prüfen, so das allgemeine Verständnis einer unabhängigen Justiz. Obwohl man in dem 25-seitigen Urteil des EGMR nach einem Beleg für diese haarsträubende Behauptung vergeblich sucht, wurde diese vom EGMR als Tatsache übernommen!! Daraus folgert der Gerichtshof selbstverständlich, dass der Erhalt gesunder Wildbestände - und somit das Jagen auf privaten Grundstücken - im öffentlichen Interesse liegt und deshalb höher zu bewerten ist als das Recht eines Einzelnen auf Schutz seines Eigentums, Gewissensfreiheit, Diskriminierungsverbot usw. Im Namen des öffentlichen Interesses soll jeder deutsche Grundeigentümer also dulden, dass auf seinem Grundstück Tiere getötet und verletzt werden. Du sollst töten, weil es in Deutschland schon immer so war Andererseits argumentierten die 4 RicherInnen, dass es in Frankreich und in Luxemburg schon immer Grundstücke gegeben hat, die von der Jagd ausgenommen waren. Dies beweise, dass in Frankreich und in Luxemburg ein Jagen auf dem ganzen Territorium nicht notwendig sei, weshalb es dort eine Menschenrechtsverletzung ist, wenn ein Grundeigentümer dazu gezwungen wird, das Jagen auf seinem Grund zu dulden (siehe Entscheidungen des EGMR Chassagnou 1999 und Schneider 2007). Aber - so der EGMR - ist die Situation in Deutschland nicht mit der in Frankreich und Luxemburg vergleichbar, denn in Deutschland gäbe es kaum solche Ausnahmen; es war schon immer so, dass auf jedem Fleckchen Land gejagt wurde. Nach der erstaunlichen Logik des EGMR ist es also in Deutschland notwendig, dass auf jedem noch so kleinen Grundstück Tiere niedergemetzelt werden, weil es schon immer so war. Auch der Präsident des Bayerischen Landesjagdverbandes, Prof. Jürgen Vocke, verweist im Landwirtschaftlichen Wochenblatt vom 28.01.2011 auf die "rund 160 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte des bayerischen Reviersystems". Erstaunliche Argumente, denn manche Menschenrechtsverletzungen haben eine noch längere "Erfolgsgeschichte" hinter sich, z. B. die Todesstrafe: sie war 500 Jahre lang in Gesetzen und sonstigen Rechtsbestimmungen auf deutschem Territorium verankert. Trotzdem wurde sie abgeschafft. So wird es auch eines Tages mit dem ach so erfolgreichen, deutschen Jagdsystem geschehen. Mit dem Verweis auf die Situation in den Nachbarländern Frankreich und Luxemburg erbringt der EGMR nämlich selbst den Beweis für die Willkürlichkeit seiner Entscheidung. Denn, wenn in Frankreich und Luxemburg eine flächendeckende Bejagung nicht notwendig sei, warum soll dies in Deutschland zwingend sein, um "den Erhalt gesunder Wildbestände und die Artenvielfalt" zu sichern? Der Vergleich mit Frankreich und Luxemburg lässt die Behauptung von Bundesregierung und Jagdverband bzw. EGMR wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Und wo bleibt dann das vom EGMR daraus abgeleitete öffentliche Interesse, das begründen soll, dass keine Menschenrechtsverletzung vorliegt? Nach dem EGMR ist die Gewissensfreiheit gerade ein paar Euro wert Außerdem wagt es der EGMR in seinem Urteil zu erwähnen, dass der Grundeigentümer als Gegenleistung zur Zwangsbejagung schließlich ein Anrecht auf einen Geldbetrag hat! Erstens beträgt diese Entschädigung nur ein paar Euro, und die wird auch nicht automatisch gezahlt, sondern der Grundeigentümer muss ihr hinterher rennen, zweitens seit wann ist das Gewissen mit Geld auszugleichen? Beschäftigung in der Freizeit ist keine Freizeitbeschäftigung In seinem Urteil räumt der EGMR zwar ein, dass die Jagd primär von einzelnen Menschen während derer Freizeit ausgeübt wird, dennoch kann er darin keine Freizeitbeschäftigung erkennen. Ja, Sie haben richtig gelesen, das sagt der EGMR, nicht etwa der Jagdverband. Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen Einerseits wird der Kläger die Große Kammer beim EGMR anrufen und auf die diskriminierende Entscheidung gegenüber Bürgern aus Frankreich und Luxemburg verweisen. Andererseits sind noch andere Klagen anhängig. Der fromme Wunsch des Präsidenten des Bayerischen Landesjagdverbandes, Prof. Jürgen Vocke, wonach "die ebenfalls anhängigen bayerischen Klagen entsprechend zügig abgewehrt werden" sollten, wird kaum in Erfüllung gehen. Mit dem Urteil vom 20.01.2011 (Gesuch 9300/07) stellt sich der EGMR nämlich voll hinter das aus der Nazi-Zeit stammende deutsche Jagdgesetz, das auch das Töten von Haustieren legalisiert. Ob die RichterInnen Renate Jäger, Rait Maruste, Mirjana Lazarova Trajkovska und Ganna Yudkivska auch keine Menschenrechtsverletzung darin sehen, dass Jäger die Haustiere eines Grundeigentümers auf dessen eigenem Grund willkürlich töten dürfen? Ob das Töten von Haustieren auf dem eigenen Grundstück durch Dritte auch "dem Erhalt gesunder Wildbestände und der Artenvielfalt" dienen soll und somit ein "öffentliches Interesse" darstellt? Diese Frage wird der EGMR beantworten müssen, denn Tierfreundin Marie-Antoinette de Contes wird gegen die Bundesrepublik beim EGMR klagen. Sie geht davon aus, dass sie wie üblich vor allen deutschen Gerichten unterliegen und deshalb in ein paar Jahren damit in Straßburg landen wird. Deutsche Menschenrechte weniger Wert oder Straßburger Richter lobbyanfällig? Unabhängig davon, wie die große Kammer des EGMR schließlich entscheidet, haben die 4 o. g. RicherInnnen, allen voran Frau Renate Jäger aufgrund ihrer deutschen Staatsangehörigkeit, den Ruf des EGMR auf jeden Fall stark beschädigt. Der Europäische Gerichtshof wurde gegründet, um für eine Harmonisierung der Rechtsprechung innerhalb der Mitgliedstaaten der Europäischen Menschenrechtskonvention zu sorgen. Genau das Gegenteil haben diese RichterInnen bewerkstelligt, denn dieses Urteil bedeutet, dass Menschenrechte in Deutschland weniger Wert sind als in Frankreich oder Luxemburg ... Somit haben die RichterInnen Renate Jäger, Rait Maruste, Mirjana Lazarova Trajkovska und Ganna Yudkivska den EGMR in den (Ver)Ruf gebracht, genau so lobbyanfällig zu sein wie manch nationales Gericht. Hier das gesamte Urteil. Weitere Infos finden Sie bei der Bürgerinitiative Haarbacher Trommel. Dienstag, 15. Februar 2011pro iure animalis:„Die beliebtesten Jägerlügen“ Jägerlüge 1: Ohne Jagd würden Wildtiere überhand nehmen Falsch. Wie in vielen biologischen Untersuchungen nachgewiesen werden konnte, regeln sich die Bestände wildlebender Tiere durch soziale Mechanismen und Nahrungsangebot selbständig. Bei Füchsen beispielsweise bekommt in jagdfreien Gebieten nur ein kleiner Teil der Füchsinnen Nachwuchs, um die Populationsdichte nicht unnötig ansteigen zu lassen. Geburtenkontrolle statt Massenelend nannten namhafte Forscher dieses Phänomen. Wo Füchse jedoch gnadenlos verfolgt werden, steigt die Anzahl trächtiger Füchsinnen drastisch an, wodurch die Verluste rasch wieder ausgeglichen werden. Wenn man einen Blick auf großflächig jagdfreie Gebiete wirft, wird man rasch feststellen, dass die Tierpopulationen dort keineswegs im Ungleichgewicht sind. Im Gegenteil: Die Populationen dort sind sehr viel stabiler, die Artenvielfalt größer als in Arealen, in denen gejagt wird. Jägerlüge 2: Jagd schützt die Bevölkerung vor Tollwut und anderen Wildtierkrankheiten Falsch. Genau das Gegenteil ist der Fall: So führt Jagd beispielsweise zu einer beschleunigten Ausbreitung der Tollwut. Jagd kann die Gesamtzahl an Füchsen nicht reduzieren (s. o.), die steigende Geburtenrate führt jedoch zu einer höheren Zahl an Jungfüchsen. Diese Jungfüchse wandern im Herbst aus dem elterlichen Revier ab, um sich ein eigenes Zuhause zu suchen und begegnen auf ihren langen Wanderungen vielen Artgenossen, was sie zu idealen Tollwutüberträgern macht. Je mehr Füchse man tötet, desto rascher breitet sich daher die Tollwut aus. Dass die Schweinepest von Wildschweinen auf Haustiere übertragen wird, ist als Gerücht zu werten. Vielmehr tragen Jäger, die (unerlaubterweise) Schlachtabfälle zum Anlocken von Beutegreifern verwenden dazu bei, dass Seuchen von Hausschweinen in die freie Wildbahn getragen werden. Jägerlüge 3: Die jagdliche Hege ist ein Beitrag zum Tier- und Naturschutz Falsch. Die jagdliche Hege dient in erster Linie dem Ziel, eine möglichst große Anzahl möglichst prächtiger Tiere zum Abschuss zur Verfügung zu haben. Darunter haben zunächst einmal alle Lebewesen zu leiden, die diesem Ziel zuwiderlaufen. Beutekonkurrenten wie Fuchs und Marder etwa, die im Rahmen der Hege mit Flinte und Falle erbarmungslos verfolgt werden. Als Beitrag zum Naturschutz kann das schwerlich gewertet werden. Darüber hinaus werden im Rahmen sogenannter Biotopverbesserungen die Lebensbedingungen in Feld und Flur gezielt zugunsten jagdbarer Arten verändert. Tiere, die nicht gejagt werden dürfen und damit für den Jäger nicht interessant sind, werden dabei teilweise oder vollkommen verdrängt. Manche Tierarten wie etwa Rehe oder Wildschweine werden von Jägern gezielt gefüttert. Dadurch werden natürlich einerseits die Abschusschancen maximiert, andererseits aber auch künstlich überhöhte Wilddichten geschaffen. Die resultierenden Schäden in der Forst- und Landwirtschaft werden dann allzu oft zum Anlass genommen, nach höheren Abschusszahlen für das sogenannte Schalenwild zu rufen. Jägerlüge 4: Jagd ist erforderlich, um Schäden in der Land- und Forstwirtschaft zu vermeiden Falsch. Durch die massive Fütterung von Rehen, Hirschen und Wildschweinen im Rahmen der jagdlichen Hege tragen die Jäger ja gerade dazu bei, die Populationsdichten dieser Tierarten künstlich auf hohem Niveau zu halten. Hege schafft also die vermeintliche Notwendigkeit der Jagd auf Reh, Hirsch und Wildschwein erst. Abgesehen davon, macht Jagd die Tiere scheu und zwingt sie in die Deckung des Waldes. Dadurch kommen Rehe und Hirsche oftmals erst mit den jungen Bäumen, an denen sie Schäl- und Verbissschäden anrichten, in Kontakt. Doch je mehr Schäden entstehen, desto intensiver werden die Rufe nach schärferer Bejagung. Das Zusammenspiel von Jagd und Hege erzeugt damit einen Teufelskreis, unter dem nicht nur Natur und Tiere, sondern auch Land- und Forstwirtschaft zu leiden haben. Jägerlüge 5: Jäger schützen bedrohte Tierarten Falsch. Selbst Wildtiere wie der Feldhase, die nach Einschätzung führender Wissenschaftler als bestandsbedroht einzustufen sind, werden von der Jägerschaft nach wie vor zu Hunderttausenden erschossen. Außerdem behaupten Jäger, sie müssten Füchse und andere Beutegreifer mit Flinte und Falle verfolgen, um deren Beutetiere vor dem Aussterben zu bewahren. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Abgesehen davon, dass man so intelligente und anpassungsfähige Tiere wie Füchse mit jagdlichen Mitteln ohnehin nicht dezimieren kann (s. o.), erweisen sie ihren Beutetieren einen wichtigen Dienst. Dadurch, dass sie vor allem schwache und kranke Tiere erbeuten, halten sie beispielsweise Hasenbestände fit und gesund. Darüber hinaus setzen Jäger faunenfremde Tiere wie Fasanen zu Jagdzwecken aus. Diese Arten stellen eine nur bedingt kalkulierbare Bedrohung für die einheimische Fauna dar - mancherorts wurde etwa das bestandsbedrohte Birkhuhn durch den Fasan verdrängt. Zu guter Letzt darf man nicht vergessen, dass die Jagd selbst häufig nicht selektiv ist. Fallen beispielsweise töten wahllos, egal, ob es sich bei dem Opfer um einen Marder, ein Eichhörnchen oder eine Hauskatze handelt und auch bei der Jagd mit dem Gewehr ist nicht immer klar, wer oder was das Opfer ist. Wie sonst wären die zahlreichen Jagdunfälle (Jäger verwechselt Treiber mit Wildschwein) und versehentlichen Abschüsse von Haus- und Weidetieren zu erklären? Jägerlüge 6: Jagd ist ein erhaltenswertes Kulturgut Falsch. Jagd hat ohne jeden Zweifel eine jahrhundertealte Tradition, eine Tradition voller Blutvergießen, Grausamkeit und sinnloser Qual. Jägerlüge 7: Jäger sind tier- und naturliebende Menschen Falsch. Jäger wurden sowohl in Europa als auch in den USA psychologischen und soziologischen Untersuchungen unterzogen und hinsichtlich verschiedener Aspekte mit Nichtjägern verglichen. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Jäger keine höhere Naturverbundenheit aufweisen als Nichtjäger, Themen des Tier-, Umwelt und Naturschutzes eher negativ gegenüberstehen und allgemein eine höhere Tendenz zu aggressiven Verhaltensweisen zeigen. Die jägerische Tier- und Naturliebe erfreut sich nicht am Dasein des geliebten Objekts; vielmehr zielt sie darauf ab, das geliebte Wesen mit Haut und Haar zu besitzen und gipfelt darin, es durch den Akt des Tötens zur Beute zu machen. Nirgendwo zeigt sich dies deutlicher als in den Jagderzählungen, die in praktisch jeder Ausgabe der gängigen Jagdzeitschriften zu finden sind. Jägerlüge 8: Die Waidgerechtigkeit sorgt dafür, dass bei der Jagd alles fair zugeht Falsch. Die Waidgerechtigkeit ist ein ungeschriebenes Gesetz, dessen Inhalt die Jäger unter sich ausmachen. Dadurch, dass dieser Terminus Eingang in die Tierschutzgesetzgebung gefunden hat, ist praktisch alles legal, was noch irgendwie als waidgerecht bezeichnet werden kann. Jägern werden damit Verhaltensweisen gestattet, die bei jedem anderen Menschen sofort zu einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz führen würden. Die weiter unten aufgeführten Jagdarten sind Beispiele dafür. Mit Gerechtigkeit hat die Waidgerechtigkeit nur wenig zu tun. Während es verpönt ist, das edle Hochwild an der Fütterung zu erschießen, hat kein Jäger Skrupel, dasselbe mit dem verhassten Beutekonkurrenten Fuchs zu tun. Bei einer Treibjagd darf allerdings nur der Jäger ein verletztes Tier endgültig töten, der es zuvor auch angeschossen hat mit dem Resultat, dass so mancher Hase oder Fuchs sich stundenlang blutend in unerträglichen Schmerzen winden muss, bevor man ihn schließlich umbringt. Gerechtigkeit also allenfalls für die Jäger, keineswegs jedoch für die Tiere. Jägerlüge 9: Der Abschuss freilaufender Haustiere ist zum Schutz von Wildtieren erforderlich Falsch. In wildbiologischen Studien tauchen Haustiere als Mortalitätsfaktor für die betreffenden Forschungsobjekte in aller Regel nicht einmal auf; nur ein geradezu lächerlich kleiner Teil der jagdbaren Tiere fällt Hunden und Katzen zum Opfer. Dennoch haben Jäger das Recht, im Rahmen des sogenannten Jagdschutzes vermeintlich wildernde Hunde und Katzen zu erschießen; im Falle von Katzen bereits dann, wenn sie sich nur wenige hundert Meter vom nächsten bewohnten Haus befinden. Offensichtlich macht die Jägerschaft davon regen Gebrauch. Zwar werden keine offiziellen Abschussstatistiken geführt, doch wird die Anzahl jährlich von Jägern getöteter Haustiere auf 350.000 bis 600.000 Katzen und 30.000 bis 60.000 Hunde geschätzt. Jägerlüge 10: Jäger töten angst- und schmerzfrei Falsch. Die Jagdzeitschriften sind voll von Berichten über sogenannte Nachsuchen, bei denen Tiere zuerst nur angeschossen und schließlich nach oft stundenlanger Verfolgung getötet werden. Schätzungen zufolge treffen zwei Drittel aller jagdlichen Projektile ihr Ziel, ohne es zu töten! Praktisch alle Jagdarten sind grausam. Ein besonders übles Beispiel ist etwa die Baujagd: Dabei sollen Füchse mit auf Schärfe abgerichteten Hunden aus ihrem Bau vor die Flinten wartender Jäger gehetzt werden. Jungfüchse werden in Gegenwart ihrer entsetzten Eltern vom Jagdhund zerfleischt; manche Füchse lassen sich in ihrer Verzweiflung auf Kämpfe mit dem Hund ein, was nicht selten zum Tod beider führt. Im Hinblick auf die Jagd mit angeblich sofort tötenden Schlagfallen gibt es Studien, die ausweisen, dass ein Großteil der darin gefangenen Tiere schwer an Pfoten, Schwanz oder Körper verletzt werden und mehr als 20 Prozent der Fallenopfer entkommen mit Laufverstümmelungen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die allherbstlichen Treibjagden: Voraussetzung für den Erfolg einer Treibjagd ist die panische Angst der gejagten Tiere, um sie zur Flucht aus dem für sie zunächst sicheren Versteck zu bewegen. Jägerlüge 11: Jagd ist eine nachhaltige Nutzung von Wildtieren Falsch. Der größte Teil der getöteten Tiere wird keiner wie auch immer gearteten Nutzung zugeführt. Jagd und Hege sind in erster Linie Selbstzweck; Jäger genießen vielmehr das Töten und Beutemachen, wie sie in den gängigen Jagdzeitschriften auch immer wieder deutlich machen. Niemand muss heute mehr Fuchs- oder Marderpelze tragen, um sich warmhalten zu können, und auch Wildfleisch ist aus ökologischer wie ökonomischer Perspektive vollkommen verzichtbar. Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich bei jenen Tieren, die wir so arrogant und ignorant als jagdbar bezeichnen, um lebende, denkende, fühlende Individuen mit einem Interesse an Leben und Unversehrtheit handelt. Es gibt schlichtweg keinen vernünftigen Grund, diese Lebewesen einer rücksichtslosen Verfolgung durch von egoistischen Interessen getriebene Hobbyjäger auszusetzen. Die Abschaffung der Jagd ist somit längst überfällig. Die Tierrechtsinitiative pro iure animalis hat neben vielen Belangen des Tier- Natur und Umweltschutzes auch die Jagd auf der Agenda und bietet auf ihrer Internetseite interessante Texte, Flyer, Dokumente und Nachrichten. Text: R. S. Freitag, 11. Februar 2011fleischlose KostAuch Vegetarier und Veganer können sich ganz einfach proteinreich ernähren In vielen Ländern existiert immer noch die vorherrschende Meinung, dass man möglichst proteinreich essen soll. Spitzenreiter dabei ist Amerika, aber auch in Deutschland wird vielfach bis heute davon ausgegangen, dass ein Fleischverzehr von ein- bis dreimal wöchentlich zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung einfach dazu gehört. Argumentiert wird von den Fleischkonsumenten meistens damit, dass Fleisch ein Nahrungsmittel darstellt, das eine besonders hochwertige Form von Proteinen enthält. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird in Deutschland der empfohlene Wert für die Proteinzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht allerdings bereits sogar um ca. 50 % überschritten. Es stimmt zwar, dass das Protein von Fleisch in einer hochwertigeren Form vorliegt, als das von pflanzlichen Proteinen, aber das heißt noch lange nicht, dass tierisches Protein auch wirklich besser ist. Denn Fleisch als Nahrungsmittel hat auch gleichzeitig sehr viele Nachteile! Nicht nur, dass tierische Proteine z. B. weniger verzweigtkettige Aminosäuren besitzen und dementsprechend auch schwerer zu verdauen sind - laut dem Deutschen Wellness Verband e.V. wirkt die im Fleisch enthaltene Fettsäure Arachidonsäure bei größerer Menge entzündungsfördernd und kann zu rheumatischen Erkrankungen führen. Fleisch enthält außerdem Radikale, die Zell- und Gewebesubstanzen angreifen und mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Und auch beim Braten, Grillen und Räuchern entstehen potentielle gesundheitsschädliche Substanzen. Im Vergleich zeigt das Blut eines Vegetariers bessere Fließeigenschaften und eine bessere Sauerstoffaufnahme als beim Fleischesser. Wie kann nun eine ausgewogene, proteinreiche Ernährung ohne Fleisch erreicht werden? Proteine bestehen aus verschiedenen Arten von Aminosäureketten, einige unbedingt notwendig für den Menschen, da er sie nicht selbst herstellen kann. Bei einigen Pflanzen fehlen diese Aminosäuren, weswegen bis heute oft davon ausgegangen wird, dass Pflanzen schlechte Lieferanten von Protein seien. Allerdings ergänzen sich einige Pflanzenarten hervorragend und stellen in Kombination eine hervorragende Proteinquelle dar. Dies bedeutet, dass durch den kombinierten Verzehr verschiedener Pflanzenarten, wie es bei einer ausgewogenen vegetarischen oder veganen Ernährung sowieso der Fall ist, eine proteinreiche und gesunde Ernährung durchaus möglich ist. Der Vegetarierbund Deutschland e.V. (VEBU) bietet interessante Informationen rund um eine vegetarische Lebensweise. Die Vegane Gesellschaft Österreich (VGÖ) beschäftigt sich auf ihrer Internetseite mit dem Thema Veganismus. Mehr Informationen zur kontroversen Diskussion über Fleisch als Nahrungsmittel bietet außerdem der Deutsche Wellness Verband e.V. Freitag, 4. Februar 2011WWF-Waldverlust-Ticker„Deutscher Papierkonsum trägt Mitschuld am rasanten Waldschwund“ Über die Hälfte der Wälder auf der Erde sind bereits verschwunden – und laut WWF verschwinden jede Minute rund um die Welt weitere 35 Fußballfelder Wald. Um auf diesen folgeschweren Verlust aufmerksam zu machen, hat der WWF jetzt zum Start des Internationalen Jahres der Wälder am Hauptbahnhof in Berlin den Waldverlust-Ticker 2011 enthüllt. Der Ticker bleibt bis März am Hauptbahnhof und wird dann nacheinander auch an anderen Bahnhöfen aufgestellt. Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011 zeigt der Ticker an, wie viel Waldflächen weltweit vernichtet werden. Infografiken und Texte erläutern außerdem, wofür die riesigen Flächen Wald verschwinden und in welchen Produkten sie verarbeitet sind. Neben der Schaffung von Plantagen und Agrarflächen ist vor allem auch die Papierindustrie für den massiven Waldschwund verantwortlich: "Wir Deutschen verbrauchen jedes Jahr allein 20 Millionen Tonnen Papier", so Philipp Göltenboth, Leiter des Waldprogramms beim WWF Deutschland. "Pro Kopf sind das im Durchschnitt 235 Kilo pro Jahr für Küchenrollen, Pappbecher, Werbeprospekte, Druckerpapier und Taschentücher. Damit liegt Deutschland EU-weit an der Spitze." Der WWF will mit dem Waldverlust-Ticker auf den rasanten Waldschwund aufmerksam machen und dazu aufrufen, verantwortungsvoller mit der lebenswichtigen Ressource umzugehen. Dafür bietet die Umweltstiftung auch einige praktische Tipps zum Papiersparen:
Weitere Informationen zum weltweiten Waldschwund bietet die WWF Waldkampagne. Text. R. S. Mittwoch, 2. Februar 2011Jahr der Wälder2011 ist das Internationale Jahr der Wälder!Ca. 3,9 Milliarden Hektar der Landmassen sind mit Wald bedeckt, zwei Drittel davon gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Wälder sind aber nicht nur Lebensraum für viele verschiedene Arten, sondern auch Existenzgrundlage und Nahrungsquelle für Millionen von Menschen. Mehr als die Hälfte der Wälder sind allerdings bereits durch den Menschen vernichtet worden und es geht immer mehr Wald verloren - illegaler Holzeinschlag, Brandrodung oder Umwandlung in Agrarland bedrohen weiterhin große Waldflächen. Die Vereinten Nationen haben 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt, um das Bewusstsein für die Erhaltung der Wälder zu fördern und auf die Bedeutung des Waldes hinzuweisen. „2011 sollen die Menschen verstehen, wer für das Abholzen der Wälder verantwortlich ist“, erläutert Philipp Göltenboth, Leiter des Waldschutzprogrammes des WWF Deutschland. „Das sind wir. Schließlich verschwinden die 36 Fußballfelder Wald pro Minute nicht einfach so. Aus ihnen wird Holz gewonnen, und daraus entstehen beispielsweise Wegwerfartikel aller Art, vom Papiertaschentuch bis zum Pappbecher für den täglichen Coffee-to-go. Oder die Wälder müssen weichen, weil an ihre Stelle Soja für die immer stärker anwachsende Fleischproduktion angebaut wird. Dabei haben die Verbraucher viele Möglichkeiten durch bewussten Konsum zum Waldschutz beizutragen, etwa durch den Kauf FSC-zertifizierter Papierprodukte wie etwa Taschentücher, die dann nicht aus Raubbau stammen.“ Das offizielle Internetportal bietet Informationen zum Internationalen Jahr der Wälder und den entsprechenden Veranstaltungen. Auch der WWF bietet zum UN-Jahr der Wälder unter dem Motto „Waldretten kann Jeder!“ auf seiner Internetseite Informationen rund um den Wald. Text: R. S. Freitag, 21. Januar 2011Weltweites BienensterbenJetzt die Petition von Avaaz.org zum Schutz der Bienen unterzeichnen! Auf der ganzen Welt sterben Bienen – und zwar Milliarden! Viele Nahrungspflanzen sind aber auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Umso bedrohlicher ist das massenweise Sterben von Bienenvölkern auch für den Menschen. Nach Angaben von Experten steht eine bestimmte Gruppe von Pestiziden im dringenden Verdacht, maßgeblich am Bienensterben beteiligt zu sein. Ein weltweites Verbot könnte die Bienen vor dem Aussterben retten. „Ein Verbot dieses Gifts in vier europäischen Ländern führte zu einer Erholung einzelner Bienenvölker. Doch mächtige Chemiekonzerne betreiben aufwändige Lobbyarbeit, damit der Verkauf dieser Gifte weiterhin erlaubt bleibt. Wir rufen sie dazu auf, die Verwendung von Pestiziden der Gruppe der Neonicotinoide zu verbieten, solange deren Sicherheit nicht durch unabhängige, wissenschaftliche Untersuchungen bewiesen ist. Das katastrophale Bienensterben könnte unsere gesamte Nahrungskette in Gefahr bringen. Wenn sie nun umgehend die nötigen Vorkehrungen treffen, können die Bienen vor dem Aussterben bewahrt werden.“ Unterstützen Sie Avaaz.org im Kampf gegen das Bienensterben und unterzeichnen Sie jetzt die Petition zum Schutz der Bienen und Ernährung! Text: R. S.
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Mittwoch, 19. Januar 2011Demo - Wir haben es satt!Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten: Demonstration am 22. Januar! „Wir haben es satt!“ Anlässlich der "Grünen Woche" findet im Januar in Berlin eine Demonstration für gentechnikfreie, gesunde und fair produzierte Lebensmittel, eine bäuerlich ökologische sowie eine tiergerechte und klimaschonende Landwirtschaft statt. „Während der Messe Grüne Woche in Berlin treffen sich am Samstag, den 22. Januar 2011, Landwirtschaftsminister aus aller Welt und internationale Agrarkonzerne auf Einladung der Bundesregierung. Das Ziel von Monsanto, Müller Milch, BASF und Co.: die Industrialisierung der Landwirtschaft voran zu treiben. Das heißt: Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte. Die Agrarkonzerne wollen für Gen-Saat, Agro-Chemie und Industrie-Food grenzenlose Märkte und weitere Milliarden-Subventionen. Sie wollen Agrarfabriken statt Bauernhöfe – überall. Dies alles unter dem Deckmantel, den Welthunger und den Klimawandel zu bekämpfen. Unterstützt werden sie dabei von Kanzlerin Merkel und ihrer Bundesregierung. Diese Agrarpolitik haben wir satt!“ Die Veranstalter der Demonstration fordern eine neue und gerechte Agrarpolitik in Deutschland und Europa und laden zur Demonstration: Samstag, 22. Januar 2011 in Berlin Mehr Informationen zur Demonstration gibt es auf der Internetseite www.wir-haben-es-satt.de und auf Youtube gibt es außerdem den Filmspot zur Demo. Text: R. S.
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Freitag, 14. Januar 2011Buchtipp:„Die Natur schlägt zurück: Antibiotikamissbrauch in der intensiven Nutztierhaltung und Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt“Mittlerweile ist bekannt, dass bei der Mast in der intensiven Nutztierhaltung massenhaft Antibiotika eingesetzt werden. Zum einen beschleunigen sie nämlich die Gewichtszunahme der Tiere und zum anderen werden sie häufig auch einfach prophylaktisch verabreicht, damit die Tiere die qualvollen Zuchtbedingungen auf engstem Raum und unter unglaublichen Bedingungen überhaupt überstehen können. Der ehemalige Veterinäramtsleiter Dr. Hermann Focke hat jetzt sein zweites Buch veröffentlicht, das genau dieses Thema behandelt. Darin geht er unter Einbeziehung seiner eigenen beruflichen Erfahrungen auf die gängigen Haltebedingungen bei der Massentierhaltung ein, um sich dann der Verwendung von Antibiotika bei der intensiven Nutztierhaltung und den katastrophalen Folgen zu widmen. Er zeigt auf, wohin der unkontrollierte Einsatz von Antibiotika bei der Massentierhaltung führt: zu sogenannten Antibiotikaresistenzen. Das bedeutet, dass Medikamente gegen bakterielle Infektionskrankheiten immer mehr an Wirksamkeit verlieren. Die Natur schlägt dadurch zurück - immer mehr Krankheitserreger werden antibiotikaresistent und stellen uns damit in Zukunft vor schwerwiegende Gesundheitsprobleme. Die in dem Buch von Dr. Hermann Focke dargestellte Problematik geht uns alle etwas an. Focke beleuchtet die Hintergründe und zeigt, wie man der neuen Bedrohung entgegentreten kann. Das Buch „Die Natur schlägt zurück: Antibiotikamissbrauch in der intensiven Nutztierhaltung und Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt“ mit der ISBN-Nummer 3-86805-766-8 können Sie u. a. hier bestellen. Text: R. S. Montag, 10. Januar 2011Dioxin-Skandal:Erfahren woher das Frühstücksei kommt!Täglich gibt es neue Informationen zum aktuellen Dioxin-Skandal und immer mehr Verbraucher sind durch die tägliche Ausweitung des Skandals stark verunsichert. Aber es gibt Möglichkeiten um zu erfahren, woher die Eier im Kühlschrank ursprünglich stammen oder ob sie vermutlich mit dem krebserregenden Dioxin belastet sind. So bietet z. B. der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (kurz: KAT) auf seiner Internetseite www.was-steht-auf-dem-ei.de neben vielen Informationen rund ums Ei auch die Option, Eier aus alternativen Hennenhaltungssystemen zurückzuverfolgen. Zusätzlich erhält der Nutzer, soweit vorhanden, Namen und Adresse des Legebetriebs sowie Bilder vom Betrieb, dem Stall und den Hühnern. Außerdem können Verbraucher auf der Internetseite dioxinei.de über die Eingabe des Codes auf dem Ei überprüfen, ob das Ei auf dem Index steht und die Verbraucherzentrale Hamburg hat auf seiner Internetseite die Codes der Eier, die aus betroffenen Betrieben stammen, veröffentlicht. Text: R. S. Dienstag, 4. Januar 2011Gute Nachrichten:Keine Eier mehr aus Käfighaltung bei Birkel, Brandt und Subway! Obwohl das Bundesverfassungsgericht schon vor 10 Jahren festgestellt hat, dass die konventionelle Haltungsform von Legehennen abgeschafft werden muss, ist Deutschland leider immer noch nicht käfigfrei. Laut der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt importieren verarbeitende Betriebe immer noch Käfigeier aus dem Ausland oder sie verwenden die letzten in Deutschland legal hergestellten Eier aus konventionellen Käfigen. Mit ihrer Käfigfrei-Kampagne, hinter der 13 Tierschutzorganisationen stehen, fordert die Albert Schweitzer Stiftung die Lebensmittelindustrie auf, ab sofort keine Eier aus Käfighaltung mehr zu verwenden. Und mit dieser Forderung hat die Organisation auch schon einiges erreicht. Auf ihrer Internetseite stellt die Kampagne eine Liste der Unternehmen, die bereits käfigfrei sind, zur Einsicht bereit. Text: R. S. Mittwoch, 22. Dezember 2010Forderung an die EU-AgrarpolitikUmstrukturierung der Agrarsubventionen Mit über 40 % stellen Subventionen für Landwirte und die Agrarindustrie immer noch den größten Posten der EU-Ausgaben dar, wobei 20 % der Betriebe ganze 80 % der Fördermittel kassieren. Jetzt wurde von der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ein Papier an den Europarat und das Europaparlament gerichtet, das massive Umstrukturierungen der EU-Agrarbeihilfen fordert. So spricht sich der EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos laut der Financial Times Deutschland u. a. dafür aus, eine Umverteilung von West- nach Osteuropa durchzuführen: "Auf Dauer lässt sich ein System nicht aufrechterhalten, das Bauern in einem Land dreimal so viel bezahlt wie Bauern eines anderen Landes 50 Kilometer weiter östlich", hieß es aus dem Umfeld des Agrarkommissars. Außerdem sollen zukünftige Direktzahlungen an konkrete Umweltmaßnahmen geknüpft werden. So sollen die Landwirte z. B. Prämien für nachhaltige Landwirtschaft, Flächenstilllegung oder Begrünungsmaßnahmen erhalten. Dadurch würden stärkere Anreize für den Klima- bzw. Pflanzenschutz und für den Erhalt der Biodiversität geschaffen. Zusätzlich ist eine Obergrenze für die Zahlungen geplant, was die Chancen kleinerer Bauern gegenüber den großen Agrarkonzernen erhöhen würde. Auch wenn noch nichts entschieden ist, hat der neue EU-Agrarkommissar Dacian Ciolo? bereits wichtige Ansätze einer Reform skizziert und damit deutliche Impulse gesetzt. Das an den Europarat und das Europaparlament gerichtete Papier (englisch) kann hier heruntergeladen werden. Eine Liste der deutschen Empfänger von Agrarsubventionen im Jahr 2008 ist beim Portal-Netzwerk für Europäische Nachrichten, Hintergründe und Politikpositionen einsehbar. Text: R. S.
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